spatz

Leider nur Illustration, denn heute abend sind sie früh in´s Nest gekrochen, die zwei Schreihälse, die ihre Eltern kurz vor´m Flüggewerden sowas von in Hektik versetzen. Kein Wunder bei der Gewitterluft hatten sie tags genug Beute gemacht, um die nimmersatten aufgeklappten Schlunde der gierigen Brut zu stopfen.
Was mich ja ein wenig stört, dass die Familie Sparrow nicht, wie alle anderen Heerscharen von Piepmätzen im reichlich vorhandenen Baum- und Heckenbestand ihr Domizil gründeten, sondern dreisterweise einen klitzekleinen Spalt zwischen einem gedoppelten Querbalken, der schwer erreichbar Hochparterre und oberes Geschoß trennt, unermüdlich ausbauten zu einer passablen Einflugschneise und sich dort einen Waldarbeiterfaust großen Stammsitz schufen. Schlau wie sie sind, haben sie aber einen leichten Dachüberstand belassen, sodass kein Regen eindringen kann – also auch kein größerer Schaden am alten Gebälk zu fürchten ist. Und Katzensicher ist es allemal.
Derweil dort heute ausnahmsweise eher ein ruhiger Abend begangen wird, kämpfen die letzten Nebenerwerbslandwirte mit der Wintergerste – umgehauen hat es den Großteil der Ernte durch die Gewitter, jetzt wird noch eilig das Stroh verpresst und eingefahren. Nächste Woche soll es trocken und mild hier werden, bei dem Gedanken daran rieche ich heute schon die Gülle – aber immer noch ehrlicher und angenehmer, als Friteusenfettduft in geschlossenen Räumen.
Samstag morgen ist dann für den Autor Trimm Dich angesetzt, Madame Wanda macht mit dem Rest ihrer Gang einen längeren Spaziergang von der abgenagten Waldweide, hin zum Spätsommerdomizil in gut 90 Minuten Fuß- und Klauenmarsch Entfernung.
Die Süßkirschen sind komplett abgeerntet, die Äpfel dauern noch und müssen vor den gierigen Pferden geschützt werden, die nagen jeden Ast ab, der nicht bei drei an einen höheren Baum sich flüchtet.
Für die Pferde sieht´s sowieso noch mau aus in diesem Jahr, für gutes Winterheu hat das Wetter noch nicht stabil genug mitgespielt – aber für alte Pferde ist altes Heu auch viel bekömmlicher; bisher hat es noch jedes Jahr irgendeine trockene Woche gegeben.
Nachbars schrauben und flexen an ihren Kraftwagen herum, dass es keinerlei Strassenverkehr mehr für einen urbanen Backgroundsound mehr braucht, aber hier bei uns wird nichts abgewrackt, so eine läppische Zylinderkopfdichtung dengelt man hier zwischen zwei Flaschen Pils auf den Motorblock.
Zum Glück grillt heute keiner.